– Eine Katze alleine Zuhause

Ab heute komme ich zum Einsatz, um auf Biene aufzupassen. Bekannt sind wir ja schon, aber weniger in betreutem Wohnen, schau’n wir mal.
Am Montag, morgens um 7.30 Uhr beginnt meine .
Es ist der 1. Tag meiner Betreuungsaufgabe.
Wie ein Pascha liegt Biene auf dem Bett, schaut mich böse an (eigentlich ist er ja lieb) und sagte:“Man, die haben mich einfach alleingelassen, bin richtig sauer.“ Kuschelt sich wieder in seine schöne Bettdecke und beachtet mich weiter nicht.
Es ist inzwischen Mittag geworden und ich mache mich wieder auf den Weg. Biene ist schon aufgestanden und läuft im Wohnzimmer hin und her. Ich habe Spielzeug mitgebracht. Sofort ist er zutraulich. Ich hole eine Leckerstange. „Nein, habe jetzt keinen Hunger und nach draußen will ich auch nicht.“ Na was denn, Katzenlaune, kennt man doch. Aber dann doch spielen, fressen. Fell ausbürsten auch nicht ja dann will er lieber mit der Bürste spielen. „So jetzt habe ich keine Lust mehr, du kannst jetzt gehen. Ich brauche meine Katerruhe.“ Mal sehen, wie es weitergeht. Am späten Nachmittag gehe ich wieder hin.
Biene sitzt auf der Couch im Wohnzimmer und freut sich, dass ich komme. Sofort Spielen, begrüßen und fressen. Ich werfe ihm die Leckerstange zu, und Biene, anständig erzogen, rennt damit zum Fressnapf und dann wird sie gefuttert.
Aber nach draußen will er immer noch nicht. Mache mir ernstlich Gedanken, ob er mir wohl in die feine Wohnung kackt! Nach einiger Zeit will er mich nicht mehr, springt auf die Couch und meint wohl: „Jetzt kannst du wieder gehen!
Ganz schön frech der Kleine, aber man kennt ja die männliche Arroganz. Etwas später die Abenddämmerung hat eingesetzt und Biene liegt immer noch auf der Couch. Er praktiziert richtiges Wochenendverhalten. Begrüßung, Rückenlage, Bauch streicheln, dann auf den Arm und tatsächlich ab nach draußen, da sitzt ernun und sichtet die Lage. „Na dann, bis später!“ und schaut mich mit seinen bernsteinaugen schelmisch an.


Es ist schon 22.30 Uhr und Biene ist ja noch draußen. Ich rufe und kurze Zeit darauf kommt er. Prima! Oh, eine Katze die hört. Bin angenehm überrascht. Sie ist zutraulich, noch was Trockenfutter, streichelt. Ich kann beruhigt gehen.
Am 2.Tag meiner Betreuung erscheine ich morgens um 8.00 Uhr. Biene kommt verschlafen von ihrem feinen Bett. Ich bin ihr völlig gleichgültig schaut mich nur fragend an, „was will die denn schon wieder hier.“ Gefressen hat er auch nichts, nur mal gekostet. Zum spielen auch keine Lust. Ja dann setz ich dich erst mal an die frische Luft. Ich komme nach einiger Zeit wieder. Der Herr Kater wartet schon, macht Klimmzüge an der Hintertür und will rein.
Jetzt schon etwas freundlicher. Er will spielen. Sein Spielzeug kennt er ja schon, ein Ball mit einer Lederschnur. In der Küche zwischen Tisch- und Stuhlbeinen schmeißt er sich hin und her und rutscht in seiner Größe und Länge über den Boden. Er fühlt sich in seinem Element. Aber Fressen immer noch nicht, gar nicht daran interessiert. Hab die alten Reste in Klo geworfen und neues eingefüllt. Mal sehen, ob er es nachher gefressen hat. Er zeigt kein Interesse mehr an meiner Gegenwart. So dann bis später. Gegen Abend, ich werde schon erwartet. Biene sitzt ganz lieb auf der Couch. Ich schau nach, ob sie was gefressen hat, jawohl.
Ein Blickkontakt und ich kann gehen.
Am Abend so um 20.00 Uhr Biene wartet schon an der Außentür zur Terrasse.
Ich frage:Schön ausgetobt“ Er, sofort zum Fressnapf draußen wohl kein Glück gehabt. Ab zum Fressnapf. Streicheleinheiten und völlig zufrieden. Ab ins feine Bett. Am Montagmorgen sitzt Biene im Schlafzimmer im Sessel auf dem Kissen schaut mich fragend an: „Hatte eigentlich jemand anderes erwartet.“ Nach einiger Überlegung trippelt er dann doch mit mir natürlich in Richtung Küche, alles klar, gehe zum Schrank, er folgt und weiß genau Bescheid, wo die begehrten Leckereien sind und schmust mit der Schranktür und meint damit, bitte öffnen und weiter :“Also,wenn mein Pflegepersonal mich hier schon so rücksichtslos allein gelassen hat, dann bitte aber die allerbeste Futterage!

Am nächsten Tag , morgens um 8.00 Uhr sitzt die süße Katze schon im Wohnzimmer.

Hat mich wohl erwartet. Ich war erstaunt, war jemand in der Wohnung gewesen?
Nein, Biene hatte im Schlafzimmer den Schiebeschrank vom Frauchen geöffnet ebenso ihre Schublade mit den Fressleckereien. Verflixt, schlaues Kerlchen.
Wollte wohl mal nachsehen, ob sein Pflegepersonal ganz ausgezogen ist und ihr wenigsten was zu fressen dagelassen haben.
Also Fazit: „Hunger, Hunger…. Jetzt beeil dich mal, mein Fressnapf ist leer, und wie gesagt, nur die besten Sachen.
Weit und breit kein Biene zusehen. Aha:So, dir werde ich es schon zeigen, mich einfach vor die Tür zu setzen!“
Nach weiteren 3 Stunden. Ich komme vom Einkaufen zurück. Mein erster Weg und Gedanke „Biene„. Immer noch nicht da. Na mal schauen, wann der Herr von seinem Outdoor-Abendteuer nach Hause findet! Wieder ein paar Stunden, noch nicht da. Die Dämmerung hat eingesetzt und unglaublich Biene sitzt vor der Tür. Mir fällt ein Stein vom Herzen und sie hält sein Ausbleiben für das Selbstverständlichste von der Welt.